Brüder Grimm-Museum Kassel 1959 bis 2014

Das Brüder Grimm-Museum Kassel wurde auf die maßgebliche Initiative der Brüder Grimm-Gesellschaft 1959 gemeinsam von der Stadt Kassel und der Brüder Grimm-Gesellschaft gegründet und existierte als Gesellschaft bürgerlichen Rechts bis zum 31. Okt. 2014. Im 1714 erbauten barocken Palais Bellevue an der Schönen Aussicht in Kassel, nicht weit von den früheren Wohnstätten der Grimms in der Bellevue Nr. 7 und Nr. 7 sowie in der nördlichen Torwache am heutigen Brüder Grimm-Platz wurde zuletzt im Jubiläumsjahr der "Kinder- und Hausmärchen" (2012) mit großem Aufwand eine große Dauerausstellung neu eingerichtet. Zugleich wurden zuletzt zahlreiche Jahres- und Sonderausstellungen durchgeführt.

In den umfangreichen Jahresausstellungen im Erdgeschoß und Ersten Oberschoß des Palais' Bellevue wurden die okzidentale und orientalische Vorgeschichte, die Überlieferungs- und Entstehungsgeschichte sowie die weltweite Rezeption und Wirkungsgeschichte der Grimmschen Märchensammlung kritisch dokumentiert. Unter dem Titel „Wo das Wünschen noch geholfen hat ...“ wurden vom 22. Januar bis 6. Mai 2012 zunächst die wichtigsten Vorläufer und Quellen aus der Antike sowie aus Indien, Persien und Arabien und aus den europäischen Kulturkreisen aufgearbeitet und vorgestellt. Dabei konnten zahlreiche herausragende originale Exponate vom 16. bis 19. Jahrhundert aus den ureigensten Sammlungen des Brüder Grimm-Museums und der Brüder Grimm-Gesellschaft präsentiert werden. In einer weiteren großen Ausstellung, die unter dem Titel „Es war einmal ...“ vom 9. Dezember 2012 bis zum 6. Oktober 2013 präsentiert wurde, kamen die wichtigsten mündlichen und schriftlichen Quellen der „Kinder- und Hausmärchen“ zur Darstellung. Dabei wurde in einer speziellen Installation die „Märchenwerkstatt“ der Brüder Grimm räumlich gestaltet; zugleich wurde kritisch nach der Einordnung der Grimmschen Sammlung als „Volksmärchen“, „Kindermärchen“, „Zaubermärchen“ oder „Kunstmärchen“ gefragt. Der weltweiten Übersetzungsgeschichte ging die dritte Jubiläumsausstellung im Palais Bellevue nach, die unter dem Titel „Hin und Zurück – Grimms Märchen in den Sprachen der Welt“ vom 20. Oktober 2013 bis zum 30. März 2014 gezeigt wurde. Sie dokumentierte alle wesentlichen Ausgaben von 1816 – in diesem Jahr erschien die erste Teilübersetzung Grimmscher Märchen in Dänemark – bis zur Gegenwart in mehr als 170 Sprachen und Kulturdialekten aller Erdteile. Gestalterisch realisiert wurde die Darstellung vermittels speziell angefertigter Transportkisten, in denen fremdsprachige Übersetzungen mit Holzwolle und Zollschildchen lagen. Weitere raumgreifende Installationen rundeten die Ausstellung ab. Die vierte und letzte Jahresausstellung widmete sich schließlich der Nachwirkung der „Kinder- und Hausmärchen“ auf die deutsche und internationale Kunstmärchentradition. Sie wurde unter dem Titel „Grimms Märchen und kein Ende ... – Europäische Kunstmärchen zwischen Phantasie und Wirklichkeit“ vom 18. Mai bis 31. Oktober 2014 gezeigt und dokumentierte sowohl die wichtigsten Kunstmärchen des 18. Jahrhunderts und 19. Jahrhunderts in Deutschland als auch Dichtungen ausländischer Autoren wie z.B. Asbørnsen und Moe aus Norwegen, Hans Christian Andersen aus Dänemark oder Selma Lagerlöf aus Schweden, ferner Vasilij Žukovskij, Aleksandr Puškin und Petr Eršov aus Rußland, Oskar Wilde aus Irland, Lewis Carroll aus England und viele andere.

Begleitet wurden diese Jahresausstellungen von zahlreichen Kabinett- und Sonderausstellungen zu verschiedensten historischen Themen der Brüder Grimm-Philologie sowie auch zur aktuellen Illustrationskunst. Dabei wurde insbesondere einigen modernen Künstlern (u.a. Markus Lefrançois, Friederun Friederichs, Albert Schindehütte, Albert Völkl, Megumi Asakura, Ken Nakazato, Nicolas Menza, Max Pedreira und Maximiliano Rodriguez) Gelegenheit zur Präsentation aktueller Arbeiten gegeben. Einige Projekte konnten inzwischen an anderen Orten fortgesetzt werden bzw. sind für weitere Ausstellungen angefragt.

Schließlich organisierten die Brüder Grimm-Gesellschaft und das Brüder Grimm-Museum wieder zahlreiche wissenschaftliche, musisch-künstlerische und populäre Veranstaltungen in der Reihe „Mittwochs bei Grimms“, die ebenfalls auf ein großes Interesse beim Publikum stießen. Fast alle Veranstaltungen und Ausstellungen erzielten ein herausragendes überregionales und internationales Interesse; dies beweisen nicht nur eine erhöhte Resonanz bei den Medien, sondern auch zahlreiche Projekte, die u.a. in Augsburg, Bonn, Heiligenstadt, Jena, Königswinter, Mainau oder Quedlinburg sowie in Brasilien (Rio de Janeiro, Novo Hamburgo), China (Shanghai), Frankreich (Clermont-Ferrand, Nantes), Italien (Rom), Japan (Tokio, Osaka), Rußland (Irkutsk, Voronež, Orenburg), Schottland (Glasgow) sowie der Schweiz (Capo Lago, Monte Generoso) durchgeführt werden konnten.

Zuletzt erfuhr das Brüder Grimm-Museum im historischen Palais Bellevue während der von Mitgliedern der Brüder Grimm-Gesellschaft und verschiedenen Sponsoren unterstützten und durchgeführten Museumsnacht am 6. September 2014 großen Zuspruch. Mehr als 3000 Gäste konnten zu den Ausstellungen und Veranstaltungen an der Schönen Aussicht begrüßt und mit erlesenen nordhessischen Spezialitäten bewirtet werden.

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