Märchen

Märchenhaftes Schachspiel

Horst-Peter Sadewasser aus Frankfurt/Oder hat einen großen Schachtisch mit 32 Schachfiguren geschaffen, von denen jede einzelne aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm inspiriert wurde. Die Figuren wurden aus Ton modelliert und gebrannt und mit Acrylfarbe bemalt. So kann man Schach dem bösen Wolf und anderen Gestalten aus den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm bieten!
Horst-Peter Sadewasser, im Hauptberuf Hardwareplaner, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Modellieren von Reliefs und Figuren in dem abwechslungsreichen Werkstoff des Tons. Schon 2008 entwarf er ein erstes Schachspiel mit reinen Phantasiegestalten, bei dem die Figuren aus schwarzem und weißem Ton gebrannt wurden (heute im Schachmuseum in Ströbeck/Harz). Zu den Olympischen Sommerspielen 2012 gestaltete er ein Schachspiel mit 16 winterlichen und 16 sommerlichen Sportarten, die er farbig bemalte (heute im Spielemuseum in Chemnitz).
Sein bislang letztes Schachspiel widmete er den "Kinder- und Hausmächen" der Brüder Grimm und stellte es der Brüder Grimm-Gesellschaft in Kassel zur Präsentation in der Ausstellung zur Verfügung. Die Mitglieder der Brüder Grimm-Gesellschaft und die zahlreichen Besucher aus aller Welt (japanische Gäste waren schon da und staunten nicht schlecht!) danken dem Künstler herzlich!

Na denn: Schach dem bösen Wolf!

Neue Sammlermünze "Froschkönig"

Am Freitag, dem 16. Februar 2018, wurde in den Geschäftsräumen der Brüder Grimm-Gesellschaft in Kassel die neueste Sammlermünze zu dem Märchen „Der Froschkönig“ präsentiert. In Anwesenheit des Staatssekretärs des Bundesfinanzministeriums Dr. Michael Meister, dem Vorsitzenden der Brüder Grimm-Gesellschaft Prof. Dr. Ewald Grothe, der Künstlerin Anne Karen Hentschel, Vertretern des Landes Hessen und der Stadt Kassel gab es nicht nur die Münze zu bewundern, sondern auch eine kleine Ausstellung zu dem „Froschkönig“-Märchen.
Auf dem Bild von links nach rechts: Winfried Hausmann (RP Kassel), Esther Kalveram (Stadtverordnete Stadt Kassel), Prof. Dr. Ewald Grothe (BGG), Dr. Michael Meister (Bundesfinanzministerium), Anne Karen Hentschel (Künstlerin), Dr. Bernhard Lauer (BGG)

Grimms Märchen gibt es jetzt auch auf Nordhessisch!

Die Brüder Grimm haben zwar den größten Teil ihres Lebens in Kassel verbracht und hier die Grundlage für ihre Sammlung gelegt, jedoch wurde keines ihrer Märchen im nieder- oder nordhessischen Dialekt oder gar in der Kasseler Mundart abgedruckt. In den Märchen gibt es lediglich vereinzelte Ausdrücke oder Formulierungen, die an eine hessische Mundart erinnern.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts sind allerdings nach dem Vorbild der Brüder Grimm Märchen- und Sagensammlungen erschienen, die dialektale und mundartliche Besonderheiten aufweisen. Im 20. Jahrhundert sind teilweise Grimmsche Märchen in Dialekte wie dem „Züritüütsch“(Züricher Deutsch) und dem „Bairisch“ übertragen worden. Solche mundartliche Editionen tragen viel zu einer regionalen Identität und Kultur bei und verhindern das Aussterben einer Mundart.
Mit Hilfe von Kennern der nordhessischen Mundart wurden nun fünfzehn Texte auch in den nordhessischen Dialekt übertragen, sodass eine wichtige literarische Lücke bezüglich der Sprachenvielfalt der Grimmschen Märchen geschlossen werden konnte.
„Grimms Märchen auf Nordhessisch“ bereitet nicht nur Liebhabern von „Ahler Worscht“ ein besonderes Lesevergnügen! Es soll hierbei vielmehr das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt und die literarische Tradition der Stadt und des Landkreises Kassel gestärkt und gefördert werden.
Zu bestellen sind „Grimms Märchen auf Nordhessisch“ über http://shop.grimms.de/ zum Preis von 14,80 Euro. (CO)

Grimm-Journal 9 erschienen!

Brüder Grimm-Journal 9 / 2017

Im Mittelpunkt des neuen Brüder Grimm-Journals (Heft 9 · 2017) steht die Märchenillustration des deutschen Jugendstils: Zuerst wird dem wohl bedeutendsten Illustrator der "Kinder- und Hausmärchen", Otto Ubbelohde (1867–1922), dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt gedacht, dann wird ein großer Märchenfries von Gertrud Pfeiffer-Korth (1875–1939) vorgestellt, den die Brüder Grimm-Gesellschaft jüngst erwerben konnte. Weitere reich bebilderte Aufsätze sind den Tradition des deutschen Bilderbogens und des Papiertheaters gewidmet; desweiteren wird die Rezeption der Grimmschen Märchensammlung in den Niederlanden, wo 1820 die erste illustrierte Übersetzung erschien, gewürdigt. Im Jahr des 500. Jubiläums der Reformation behandelt das neue Brüder Grimm-Journal aber auch das Verhältnis der Brüder Grimm und ihrer Familie zu Martin Luther und zur reformierten Kirchenorganisation in Hessen. Abgerundet wird der Band durch einen Bericht über die jüngste Ausstellungstätigkeit der Brüder Grimm-Gesellschaft in Rußland sowie durch zahlreiche Besprechungen der aktuellen Brüder Grimm-Literatur. Das reich illustrierte 48 Seiten umfassende Heft kostet wiederum nur 5 Euro und kann direkt über http://shop.grimms.de/ bestellt werden.

Jahresausstellung 2017 auf Schloß Aschach

Ausstellung auf Schloss Aschach

Auch für das Jahr 2017 hat die Brüder Grimm-Gesellschaft eine große Jahresausstellung vorbereitet, die nunmehr vom 23. April bis 10. September 2017 auf Schloß Aschach bei Bad Kissingen gezeigt werden wird. Sie steht unter dem Thema "Märchenwald und Zauberschloß – Leben und Wirken der Brüder Grimm" und präsentiert nach einer kurzen Einführung in die Lebens- und Familiengeschichte der Grimms zahlreiche historische und künstlerische Dokumente zur deutschen und europäischen Märchenüberlieferung und Märchenrezeption. Exemplarisch werden dabei insbesondere die Märchen "Aschenputtel", "Rotkäppchen", "Dornröschen", "Sneewittchen", "Rumpelstilzchen", "Rapunzel", "Der Gestiefelte Kater" und "Von dem Fischer un syner Fru" vorgestellt. Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 15.30 bis 17.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 12.30 bis 14.00 Uhr und von 15.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Eröffnung in der Museumsscheune findet statt am 22. April 2017 um 17 Uhr. Weitere Informationen findet man unter www.museen-schloss-aschach.de.

Neukonzeption des H.C. Andersen-Museums in Odense

Andersen_Reise

In Odense/Dänemark werden z. Zt. Überlegungen zur Neukonzeption sowohl der inhaltlichen Präsentation als auch der gesamten Ausstellungsarchitektur des Hans Christian Andersen-Museums im Kontext einer umfassenden Neugestaltung eines ganzen Stadtteiles diskutiert, die in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden sollen. Der Siegerentwurf des Ausstellungshauses stammt von dem renommierten japanischen Architekten Kengo Kuma, die Ausstellungsarchitektur wird von der Londoner Firma Event Communications realisiert.

Es ist gar nicht so leicht, sich an Hans Christian Andersen anzunähern, denn während die „Kinder- und Hausmärchen“ (zuerst: 1812-15) der Brüder Grimm in der Regel auf klar dokumentierte mündliche und schriftliche Quellen zurückgehen, hat der dänische Schriftsteller in seinen „Märchen, für Kinder erzählt“ (so der Titel des 1835 erschienenen ersten Heftes) seine ganz subjektive Weltsicht in diese Kunstmärchen eingeschrieben. Während die Brüder Grimm für ihre „Kinder- und Hausmärchen“ zahlreiche mündliche und schriftliche Quellen nutzten und auf diese Weise erstmals die gesamte europäische und orientalische Überlieferungstradition zusammenfassen, bewerten und aus diesem Material das romantische “Volksmärchen” hervorbringen konnten, schuf Andersen mit seinen Märchen etwas vollkommen Neues. Zunächst noch auf der Basis der bekannten Volksmärchen, wurden seine Märchen immer mehr zu kunstvollen Märchenkompositionen, die historische Elemente mit alltäglichen Dingen, Menschen und Tieren auch aus der Gegenwart zusammenbanden. Anders als die Brüder Grimm hat Andersen seine Märchen selbst erdacht und wird daher – oft abwertend – als “Märchenschriftsteller” bezeichnet. Dennoch bezieht sich der dänische Schriftsteller in Sprache und Stil deutlich auf das Grimmsche Vorbild, und schon im 19. Jahrhundert wurden nicht nur die Märchen von Grimm und Andersen häufig in Sammelbänden und Anthologien gemeinsam präsentiert, sondern bisweilen auch miteinander verknüpft und zu neuen Erzählungen miteinander verwoben. Viele Künstler, die sich mit dem Thema “Märchen” literarisch, illustrativ oder musikalisch auseinandergesetzt haben, gestalteten oft Motive in paralleler Weise aus beiden Sammlungen.

Abgeschrieben? - Charles Perrault und die Brüder Grimm

Charles Perrault (1628-1703)

"Rotkäppchen", "Dornröschen", "Aschenputtel" gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Märchen der Brüder Grimm. Einem größeren Publikum waren sie allerdings schon aus der Sammlung des französischen Hofbeamten Charles Perrault (1628–1703) bekannt, die bereits 1697 unter dem Titel "Histoires ou Contes du Temps Passé" (dt. "Geschichten oder Märchen aus vergangener Zeit") erschienen war. Auch Jacob und Wilhem Grimm war die Sammlung Perraults bekannt, und in den Kommentaren zu den einzelnen Märchen verwiesen sie stets auch auf Perrault. Für das Märchen vom "Gestiefelten Kater" erschien den Brüdern Grimm die Abhängigkeit zu dem Perraultschen Original allerdings so groß, dass sie den Text aus ihrer Sammlung ausschieden und er daher nur in der ersten Auflage von 1812 vertreten ist.
Bis heute sind mindestens 500 Ausgaben der Perraultschen Sammlung erschienen, und auch die Zahl der Übersetzungen ist nicht gering. Schon im Kommentarband zu den "Kinder- und Hausmärchen" heißt es: "Perrault hat die Märchen rein aufgefaßt und, Kleinigkeiten abgerechnet, nichts hinzugesetzt: der Stil ist einfach und natürlich und, soweit es die damals schon glatte und abgerundete Schriftsprache zuließ, ist auch der Kinderton getroffen (...). Diesen Vorzügen verdankt ohne Zweifel das Buch seine Fortdauer bis in unsere Zeit."
Charles Perrault feiert am 12. Januar 2016 seinen 388. Geburtstag.

Wir sammeln weiter ....

Antiquariat "Fróði fornbókabúð"

Auf Reisen sind viele Mitglieder und Freunde der Brüder Grimm-Gesellschaft immer auf der Suche nach fremdländischen, alten und/oder seltenen Ausgaben der Grimmschen "Kinder- und Hausmärchen". Im isländischen Akureyri hat Daniel Stein, Mitglied des Wissenschaftlichen Rats der Brüder Grimm-Gesellschaft, einen seltenen Fund gemacht. Hier sein Bericht:

"Das Antiquariat „Fróði fornbókabúð“ sah aus, wie man es von einem Antiquariat erwartet: meterhoch getürmte Bücherstapel und alle Wände bis unter die Decke gefüllt mit Regalen. Mittendrin saß die Antiquarin und blätterte in einem Katalog. Anstatt selbst nach den "Ævintýri", wie Märchen auf Isländisch heißen, zu suchen, fragte ich die Dame hinter dem Tresen. Sie erhob sich, lief nachdenklich um einige Stapel herum, kam schließlich direkt neben mir zum Stehen und nahm das oberste Buch von einem Stapel - direkt neben meiner Hand: „Mjallhvít: ævintýri handa börnum með seytján myndum“. Das war das einzige Märchen-Exemplar in der ganzen Buchhandlung."

Und wie sich später herausstellte, handelt sich um die erste fast vollständige Ausgabe in isländischer Sprache; in deutschen Sammlungen verfügt nur die Universitätsbibliothek Kiel über ein vergleichbares Exemplar, dieses ist jedoch unvollständig und nur in einer späteren Auflage vorhanden.

Reisen Sie gerne in exotische Länder? Helfen Sie uns, unsere Sammlung zu erweitern! Spenden Sie uns antiquarische oder neue Ausgaben von Grimms Märchen aus aller Herren Länder - wir freuen uns, Ihre Geschichten und Bücher auf unseren Seiten zu veröffentlichen. Wollen Sie wissen, ob wir eine Ausgabe in einer bestimmten Sprache schon vorliegen haben? Kontaktieren Sie uns über info@grimms.de oder über das Kontaktformular.

Märchenhafte Ausstellung

Aschenputtel

In Bickenbach an der hessischen Bergstraße präsentiert die Brüder Grimm-Gesellschaft im "Museum im Kolbschen Haus", einem Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert, ab dem 28. November 2015 bis April 2016 die Ausstellung "Die Märchenwelt der Brüder Grimm". Im Mittelpunkt der auch für Kinder geeigneten Ausstellung stehen die Märchen "Dornröschen", "Aschenputtel", "Der gestiefelte Kater", "Rumpelstilzchen", "Rotkäppchen" und "Frau Holle". Gezeigt werden Illustrationen des 19. und 20. Jahrhunderts sowie historische Buchausgaben und Märchenspiele. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine kompakte Zusammenstellung der Biographie der Brüder Grimm. Von dem äußerst rührigen Museumsverein werden begleitend museumpädagogische Veranstaltungen angeboten.

Kunio Yanagita - Übersetzung und Sonderausstellung zum "japanischen Grimm"

Kunio Yanagita

Der Leiter des Brüder Grimm-Hauses Steinau, Burkhard Kling, legte die erste deutsche Übersetzung des japanischen Märchensammlers - genannt "der japanische Grimm" - Kunio Yanagita vor. Die Illustrationen stammen von Klaus Puth.
Im Brüder Grimm-Haus Steinau fand vom 31. August 2014 bis 02. November 2014 eine Sonderausstellung zu Kunio Yanagita statt, die in enger Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum Tono/Japan entwickelt wurde. Das Brüder Grimm-Haus schreibt dazu:

Kunio Yanagita (1875 – 1962), der Begründer der japanischen Volkskunde, gab im Jahr 1910 unter dem Titel „Tono Monogatari“ (Geschichten aus Tono) eine Sammlung von volkstümlichen Texten mit Märchen- und Sagencharakter heraus, die er in der Stadt Tono, im Nordosten der japanischen Hauptinsel Honshu gelegen, von Kizen Sasaki (1886 – 1933), einem japanischen Schriftsteller und Märchensammler, gehört hatte.

Quellen:
Osthessen-News: Buch-Neuerscheinung: Tono Monogatari - volkstümliche Märchen und Sagen aus Japan
Brüder Grimm-Haus Steinau

Seiten